Wenn die Beziehung zum Alltag wird

Die Phase der ersten Verliebtheit ist lange vorbei und der Alltag hält Einzug. Tag aus, Tag ein lebt man eher nebeneinander, als miteinander. Das kennen wohl viele von uns. Aber muss das in langjährigen Beziehungen so sein? Meine Antwort ist ganz klar: nein!

Unter den Top 5-Trennungsgründen von Paaren rangiert das Thema „keine Zeit für einander“ ganz oben. Wenn Paare Kinder haben ist dieser Grund noch weiter oben im Ranking, nämlich unter den Top 3. Kinder ziehen die volle Aufmerksamkeit auf sich und die beiden (Ehe-)Partner widmen einander immer weniger Zeit. Dabei ist Zeit zu zweit und der dabei stattfindende Austausch extrem wichtig. Aber auch ohne Kinder kann eine Beziehung irgendwann zur Gewohnheit werden.

Mundwinkel nach oben

Neueste Erkenntnisse haben gezeigt, dass die Mundwinkel und die Stimmung bei beiden wieder nach oben gehen, wenn nur einer die Alltags-Abwärtsspirale verlässt. Es ist ausreichend, wenn Sie ihren Partner anlächeln und ihm/ihr auch nach einer langjährigen Beziehung sagen, wie sehr sie sich freuen, dass er/sie da ist. Ihr Gegenüber wird automatisch ebenfalls die Mundwinkel nach oben ziehen. Denn wer hört so etwas nicht gerne.

Alles eine Frage der Hormone 

Körperliche Berührungen sind ganz entscheidend für die Dauerhaftigkeit von Beziehungen. Hierbei hilft uns unserer Körper durch Hormone. Bei jeder Berührung wird das Hormon Oxytocin im Körper ausgeschüttet. Dieses Hormon kennen wir von der Mutter-Baby-Beziehung, denn es wird auch beim Stillen aktiviert. Oxytocin ist das Bindungshormon, das enge Beziehungen festigt. Umarmen Sie einander öfter, es stärkt den Zusammenhalt!

Überraschen Sie einander

Eine Möglichkeit den anderen zu überraschen ist es, mit Ihrem Partner einmal monatlich einen fixen Abend einzuplanen (z.B. immer der erste Freitag im Monat) an dem Sie nur zu zweit sind. Der Überraschungseffekt besteht darin, dass einmal Sie und einmal Ihr Partner die Aktivität bestimmen. Das kann bedeuten, dass Sie einmal monatlich gut essen gehen und sich bei der Wahl des Lokals abwechseln. Verraten Sie im Vorhinein nicht, wohin es geht! Mein Tipp: Reservieren Sie jedenfalls einen Tisch um unangenehme Situationen zu vermeiden.

Holen Sie sich Unterstützung

Wenn Sie finanziell und zeitlich weniger eingeschränkt sind, dann wäre ein gemeinsames Wochenende eine tolle Überraschung. Das kann ein Thermen-Wellness-Paket sein, aber auch ein Städtetrip. Rufen Sie Oma und Opa an und ersuchen Sie um Unterstützung, die (meisten) Kinder freuen sich über ein paar Tage bei den Großeltern! Diese Wochenend-Überraschung muss übrigens nicht immer vom Mann an die Frau gebracht werden, sondern wirkt auch umgekehrt Wunder. Sollten keine Großeltern zur Hand sein, so findet sich sicherlich eine andere Möglichkeit, die Kinder gut versorgt zu wissen.

Es geht auch günstiger

Eine preiswertere Variante, die auf Dauer (mindestens einmal monatlich) ebenfalls positive Effekte hat, ist der klassische Blumenstrauß. Diese Aufmerksamkeit sagt: Ich sehe dich, ich denke an dich und ich schätze dich. Das gilt in beide Richtungen. Gleichberechtigung kann auch hier einziehen, denn auch Männer freut es, mit Blumen überrascht zu werden!

Noch eine Möglichkeit: Wenn Sie das nächste Mal im Supermarkt einkaufen, gehen Sie zum Weinregal und suchen einen guten Tropfen, den Sie dann abends mit Ihrem Partner genießen. Das bedeutet einen Zeitaufwand von 20 Minuten und erfordert Unkosten in Höhe von 5-10€.

Wichtig: Bitte reden Sie dabei miteinander und schalten Sie den Fernseher ab!