Sex: Wie oft ist eigentlich normal?

Sex ist ein ureigener menschlicher Trieb, ohne den es uns alle nicht geben würde. Ja, die Menschheit wäre ausgestorben, wenn wir diesem Drang nicht nachgeben würden. Manche von uns verspüren diesen Drang stärker, manche schwächer – und manche auch gar nicht. Aber wie oft ist eigentlich normal?

Zu Beginn kann ich Sie beruhigen: Egal, wie oft Sie den Wunsch nach Sex verspüren, es ist in Ordnung. Denn wer definiert „normal“? Was für den einen normal erscheint, ist für den anderen vielleicht übertrieben oder gar abartig. Wichtig ist, dass alles in gegenseitigem Einvernehmen stattfindet. Wenn Sie in ihrer Beziehung beide zufrieden sind damit, einander einmal im Monat körperlich nahe zu sein, dann ist das gut so. Andere Paare möchten mehrmals pro Woche miteinander intim sein. Auch das ist gut so. Die einzigen Normen, die es zu beachten gilt sind die gesellschaftlich fixierten strafrechtlichen Aspekte. Alles andere ist quasi Privatsache.
Veränderungen annehmen
Im Laufe der Jahre verändert sich der Sex. Nicht nur innerhalb einer Partnerschaft, sondern auch unsere eigene Sexualität entwickelt sich. Vorlieben, die noch vor einiger Zeit unentdeckt waren, treten vielleicht hervor. Lassen Sie diese Gedanken zu! Führende Sexualtherapeuten ermutigen ihre Klienten zu Sexfantasien, denn ohne Fantasie ermüdet die Sexualität. Das wichtigste Sexualorgan des Menschen ist das Gehirn! Auch körperlich sind wir Veränderungen ausgesetzt. So können sich empfindliche Berührungspunkte verschieben, auch darauf sollten wir achten. Wann haben Sie sich zum letzten Mal selbst berührt? Welche erogenen Zonen machen besonders Freude? Hat sich in den letzten Jahren daran etwas verändert? Diese Frage ist nicht nur für Frauen, sondern auch für Männer eine durchaus spannende.
Sex ist etwas Animalisches
Ein Grund, warum den Menschen 2018 die Lust am Sex vergeht ist, dass damit so enorme Vorbereitungen verbunden sind. Sie müssen z.B. vorher duschen und sich von oben bis unten rasieren. Das Animalische am Sex ist verloren gegangen, es handelt sich fast um einen sterilen Vorgang, den man regelmäßig wiederholt. Schweiß und Geruch sind out. Doch der Spruch „Jemanden riechen können“ kommt nicht von irgendwo. Es ist erwiesen, dass Menschen, die einander sympathisch sind, auch positiv auf den Geruch des anderen reagieren. Schwitzende Körper, die sich vereinigen, Menschen, die ihre Lust herausschreien und bis zum Höhepunkt alles andere rund um sich ausblenden – das ist Sex. Sich ohne Hemmungen fallen zu lassen und offen sagen zu können, was gefällt und was nicht – das ist guter Sex! Guter Sex muss im Übrigen nicht immer in einem Orgasmus gipfeln. Es geht dabei um so viel mehr.
Sexual Burn Out
Die Medien zeigen uns tagtäglich schöne Menschen. Sie spiegeln uns vor, dass schlank und schön das Idealbild ist. Die wenigsten von uns entsprechen diesem Ideal und den meisten ist das auch bewusst. Trotzdem vergleichen wir unbewusst uns selbst und unseren Partner mit diesen Bildern. Die Medien beeinflussen unsere Wahrnehmung, was zur Folge hat, dass wir uns selbst und unseren Partner als nicht mehr attraktiv empfinden. Der Druck der Medien und der Druck dem Ideal entsprechen zu müssen hat nun sogar eine neue Form der Störung hervorgebracht: Das Sexual Burn out!
Eigenverantwortung ist gefragt
Mir ist wichtig zu zeigen, dass jeder Mensch seine eigene Sexualität leben kann. Und dabei ist es vollkommen unwichtig, was andere tun oder wie oft. Jeder ist selbst dafür verantwortlich, seine eigenen Bedürfnisse zu befriedigen. Um auch in einer Partnerschaft befriedigt zu werden empfiehlt es sich, sich und seinen Körper selbst zu kennen. Daran können Sie gezielt arbeiten.